Sonntag, 8. September 2013

Saria (Teil 8)

Mir wurde vor kurzem gesagt, die Teile wären zu lang und schwer zu lesen, da das Format nicht internetgerecht sei.
Ich gebe zu, es ist für einen normalen Blog viel auf einmal und internetgerecht ist es in dem Sinne wohl auch nicht. Das soll es aber auch gar nicht sein. Das hier ist einfach nur als Möglichkeit gedacht, zu veröffentlichen was ich schreibe. Es ging vielleicht auch zwischenzeitlich ein wenig unter, aber ich biete nach wie vor jedem an, die Teile als PDF-Datei per E-Mail zu verschicken. Eine kurze Mail an ben.grauh@gmail.com genügt. :)




Saria Arberdan (Teil 8)


An diesem Abend ging Saria früh zu Bett. Im Gasthaus waren viele Zimmer frei gewesen und da die Dorfbewohner den Freunden dankbar für Ihre Hilfe gegen die Orks waren, wohnte nun jeder von ihnen kostenlos in einem eigenen kleinen Raum. Es waren typische Gasthausquartiere, in die kaum mehr als ein Bett, eine verschließbare Truhe und ein winziger Tisch mit einem Stuhl passten. Die Kabine auf der Eule war geräumiger gewesen, doch die junge Frau wollte sich nicht beklagen. Immerhin konnte sie die Tür mit einem Riegel schließen und – sollte sie dazu einen Grund sehen – den Eingang zusätzlich mit dem Bett verbarrikadieren. Bis jetzt erschien ihr der Riegel jedoch für ausreichend. Den Kopf voller Gedanken schob sie das stabile Holzstück in den metallenen Halte­ring im Türrahmen. Er würde niemanden davon abhalten, die Tür mit Gewalt zu öffnen, doch wäre das splitternde Holz laut genug, um sie zu wecken. Was mache ich, wenn Aril tatsächlich ein Ber­serker ist, fragte sie sich, während sie sich vorsichtig das Kleid abstreifte. Das leichte Stechen in ihrem Brustkorb erinnerte sie beständig an die angebrochenen Rippen. Das wird gewiss keine ange­nehme Unterhaltung morgen.

Der nächste Tag begann neblig und kalt. Gerne wäre Saria im Bett geblieben und hätte sich unter die warme Schaffelldecke gekuschelt. Doch es half nichts, das Unvermeidliche hinauszuschieben. Also stand sie auf und wusch sich nur ganz kurz mit dem eiskalten Wasser aus der Schüssel auf ih­rem Tisch. Ein paar Tropfen davon ins Gesicht und sie war sofort hellwach. Da sie am Vortag nicht schmutzig geworden war, reichte ihr das auch durchaus. Wenn das Zittern nur nicht so schmerzhaft durch ihren Brustkorb fahren würde! Die Hexe biss die Zähne zusammen und stieg in ihr Wollkleid. Natürlich war es ebenso kalt wie das Zimmer und es dauerte einen Moment bis es begann sie zu wärmen. Einen Wärmezauber zu lernen würde nach dem Gespräch mit Aril die höchste Priorität er­halten!
Obwohl es noch recht früh war fand sie ihre Freunde schon im Gastraum beim Frühstück vor. Es gab frisches Brot mit Aufstrich und einen heißen Tee. Das Wasser war fast noch kochend heiß, als die Schankmagd ihr die Tasse mit dem Kräutergetränk reichte. Beinahe hätte Saria sich die Zunge verbrannt, so sehr sehnte sie sich nach etwas Wärme.
„Vorsicht, sonst verbrennst Du von innen heraus.“ Aril grinste wie ein kleiner Junge, dem man seine Lieblingssüßigkeit schenkte.
Danke für die rechtzeitige Warnung, Aril,“ knurrte Saria. „Vielleicht werde ich Dir das nächste Mal erst einen Schluck in den Schoß kippen um zu sehen, ob es noch heiß ist.“ Laládi zog leicht eine Braue hoch und sah sie fragend an. „Entschuldige. Wegen der Kälte hatte ich gezittert und das tat weh.“
„Vielleicht solltest Du ein warmes Bad nehmen,“ schlug Durin vor.
„Nein, ich kann doch nicht jeden Tag ein heißes Bad nehmen. Damit würde ich die Gastfreund­schaft der Menschen hier überstrapazieren.“
„Du kannst ja dafür bezahlen.“ Damit hatte der Zwerg natürlich recht. Wenn sie für zusätzliche Aufwendungen bezahlte, konnte sie diese wohl so oft in Anspruch nehmen wie sie wollte. Da sie nichts für die Unterkunft zahlten, hatte Saria das Geld dafür. Sie entschloss sich, später darüber nachzudenken.
Aril, ich habe gestern Abend einen der hiesigen Ordensritter des Rontó kennengelernt, der Dich gerne gesprochen hätte. Er hat Dich kämpfen sehen und möchte darüber mit Dir sprechen. Sein Name ist Aeren.“
Der Barbar runzelte fragend die Stirn. Irgendwie, fand Saria, gab ihm das das Aussehen eines Bä­renjungen. „Hat dieser Aeren gesagt, was er mit mir besprechen möchte?“
„Nein, nicht genau. Aber er schlug vor, dass ich dabei sein sollte.“ Das hatte die erhoffte Wir­kung. Arils Miene hellte sich schlagartig auf.
„Dann gerne! Wann will er uns treffen?“
Er hat keinen Zeitpunkt genannt. Tagsüber sei er im Dorf zu finden und Abends im Ordenshaus. Ich schlage vor, wir suchen ihn nach dem Frühstück, bevor Du wieder beim Aufbau des Dorfes hilfst.“ Aril zeigte nickend sein Einverständnis.

Sie fanden Aeren beim Palisadenzaun. Dieser war nun schon nahezu vollständig wiederherge­stellt und würde am heutigen Tage fertig werden. Anschließend würde man sich um die Häuser kümmern, die durch das Feuer der Orks beschädigt worden waren. In ein paar Tagen würde nur noch das neue, hellere Holz von dem Angriff zeugen. Der junge Ordensritter half tatkräftig mit, wo­bei er seine volle Rüstung trug. Zu anderen Gelegenheiten hätte das Saria innerhalb eines Schutz­zaunes für übertrieben empfunden, hielt es jetzt aber für eine sinnvolle Vorsichtsmaßnahme. Ihre Freunde trugen ebenfalls ihre Rüstungen und sie selbst verzichtete nur auf das gehärtete Leder, weil es bei manchen Bewegungen zu schmerzhaft auf die lädierten Rippen drückte.
Guten Morgen, Lady Saria‟ grüßte Aeren als er die Gruppe sah. Mit Leichtigkeit und Eleganz sprang er vom Zaun und landete auf dem harten Boden. „Und Ihr seid Aril nicht wahr? Mein Name ist Aeren, Ordensritter des Rontó.‟ Er wandte sich dem gut einen Kopf größeren Barbaren zu. Wie­der fiel Saria auf, wie jung der Ritter wirkte. Neben ihrem Freund beinahe wie ein Kind.
Aerens Hand verschwand beinahe in Arils Pranke als beide sich die Hände reichten und mit kräf­tigem Druck den anderen abschätzten. Als nach mehreren Augenblicken keiner der beiden nachge­ben wollte, wurde es der junge Frau zu dumm.
„Wenn Ihr nicht sofort damit aufhört, werde ich gehen und ihr könnt euch alleine unterhalten.‟ Ihre Stimme war nicht unhöflich, darauf achtete sie, ließ aber auch keinen Zweifel an ihrer Ent­schlossenheit zu. Wenn die Männer ihre Kräfte messen wollten, brauchte sie nicht daneben zu ste­hen. Dazu war es an diesem Morgen gewiss zu kalt. Und kindisch war es außerdem.
Zu Sarias Verblüffung ließ Aril sogar als erster los und trat einen halben Schritt zurück. Das wird allmählich unheimlich, überlegte sie. Irgendwie war es gleichzeitig schmeichelnd und unangenehm, dass ihr hünenhafter Freund so widerstandslos auf jedes ihrer Worte hörte. Erleichtert bemerkte sie, dass der junge Ordensritter Aril in nichts nachstand und ebenfalls die Hand senkte und ein wenig zurücktrat. Täuschte sie sich oder erschien da sogar ein leicht rötlicher Schimmer auf seinen Wan­gen?
„Nun, Aril, wie Lady Saria sicher schon erwähnte, möchte ich mit Euch über den Kampf mit den Orks sprechen.‟
„Ganz recht, das hat sie. Soll ich Euch beibringen, wie man mit einer Axt kämpft?‟
Der junge Mann lächelte. „Nein, aber ich danke Euch für das Angebot. Doch lasst uns in das Gasthaus gehen, hier draußen ist es kalt und es gibt nichts zu trinken.‟ Aril grinste und drehte sich in die Richtung, aus der sie vor wenigen Minuten erst gekommen waren.
„Lady Saria...‟
„Bitte hört auf, mich Lady zu nennen!‟ fiel Saria Aeren ins Wort. „Ich bin gewiss eine Frau, aber ebenso gewiss keine Lady. 'Saria' genügt.‟ Freundlich lächelnd hakte sie sich bei dem Ordensritter, der sie nur um wenige Finger überragte, unter. „Lasst uns ins Warme zurückkehren.‟

Zurück im Roter Eber – so hieß das einzige Gasthaus des Dorfes – ließ Saria sich wieder auf den Platz nahe des Kamins nieder, den sie schon vor ein paar Tagen als ihren Lieblingsplatz hier auser­koren hatte. Es war gemütlich warm und sie hatte den Großteil des Schankraumes inklusive der Tür im Blick. Nur die Treppe nach oben befand sich nicht in ihrem Sichtfeld, doch da außer ihren Freunden und ihr selbst niemand im Gasthaus Quartier bezogen hatte, war das kein Nachteil.
Die Schankmagd, die Saria tags zuvor schon bedient hatte, brachte ihnen rasch die bestellten Ge­tränke: Einen Kräutertee für Saria, Wein für Aeren und Bier für Aril. Die junge Hexe fragte sich, warum Krieger schon zu so früher Stunde Alkohol tranken. Es konnte doch nicht in deren Sinne sein, ihre Reflexe zu verlangsamen.
„Nun, Aril, wie erwähnt möchte ich mit Euch über den Kampf mit den Orks sprechen,“ begann Aeren. „Genauer gesagt über den Teil, als Ihr Saria so heldenhaft beiseite standet. Ihr habt mit viel Elan gekämpft.“
Saria beobachtete bei diesen Worten ihren Freund. Worauf der junge Ordensritter hinaus wollte, wusste sie bereits. Deshalb erschien es ihr ratsam, auf die Reaktion des Barbaren zu achten, um not­falls eingreifen zu können. Aril schien jedoch eher verlegen als wütend zu werden. Solange Aeren ihn nicht zu sehr bedrängte, würde die Hexe sich nicht in das Gespräch einmischen.
„Nun, ja. Manchmal kämpfe ich sehr … instinktiv.“
Sein Gegenüber nickte. „Und wenn Ihr so instinktiv kämpft, seid Ihr dann noch Herr über Eure Taten?“
Mit fliegenden Haaren wandte die junge Frau ihren Kopf Aeren zu und riss die Augen auf. Wie konnte er nur so direkt fragen? Jung oder nicht, wenn er Ordensritter war sollte er wissen, dass man bei derart delikaten Themen nicht mit der Tür ins Haus fiel. Wenn Aril ihm jetzt den Schädel ein­schlug, hätte er es beinahe verdient. Der Hüne überraschte sie jedoch.
„Nein,“ gab er seufzend zu. „Wenn die Wut mich packt – so nennt mein Volk diese Art zu kämp­fen –, dann ist es schwer noch bewusst zu handeln. Aber ich habe noch nie einen Freund angegrif­fen! Immer nur Feine.“
Erneut ruckte Sarias Kopf herum und Aril bekam als zweiter Mann in kurzer Zeit einen ungläu­bigen Blick zugeworfen. Weshalb bin ich eigentlich hier? fragte sie sich.
Auch diesmal nickte Aeren. „Möglicherweise kann ich Euch helfen, die Wut unter Kontrolle zu bekommen, sofern Ihr dies wünscht. Aber es wäre ein langes und hartes Training des Geistes not­wendig. Und ich kann Euch nicht versprechen, dass es hilft.“ Offen und freundlich blickte der Or­densritter die Freunde an. Im Geiste beschwor Saria ihren Weggefährten, das Angebot anzunehmen. Zumindest über den Winter während sie ohnehin nicht viel machen könnten.
Aril schien ernsthaft zu überlegen und streckte anschließend dem braunhaarigen Krieger die Hand hin. „Abgemacht. Ihr zeigt mir, wie ich die Wut beherrsche und ich zeige Euch, wie man mit einer Axt kämpft!“ Zu Sarias Erleichterung schlug Aeren nach kurzem Zögern ein.
„Ich werde wohl nie eine Axt wie Ihr führen, Aril, doch das hindert mich nicht daran, es zu ler­nen.“ Grinsend schüttelte er die Hand des Barbaren. „So, nun werde ich zunächst wieder bei den Aufbauarbeiten helfen. Ich bitte Euch, Aril, dies ebenfalls zu tun. Neben dem geistigen Training ist körperliche Arbeit von Vorteil, da Ihr dann weniger leicht zum Berserker werdet, sollte Euch mein Training frustrieren.“
Aril lachte lautstark. „Gut gesagt, Ordensritter! Dann werde ich Euch helfen. Bis heute Abend, Saria.“
In Gedanken versunken lächelte die junge Frau den großen Mann nur an als er ging.

Gut zwei Wochen später waren alle Spuren des Orkangriffs verschwunden. Zum Teil lag das dar­an, dass alle Reparaturen erledigt waren. Teilweise aber auch daran, dass es angefangen hatte zu schneien. Ein dünner, aber beständig dicker werdender Teppich Weiß bedeckte nahezu alle Flächen in und um das Dorf. Ein paar Wege waren durch die Fußspuren der Dorfbewohner frei getreten, doch würden wohl auch diese nicht mehr allzu lange verschont bleiben.
Saria wurde schon jetzt langweilig. Durch ihre Rippenverletzung hatte sie ohnehin nicht arbeiten können, also hatte sie sich auf das Lernen und Studieren neuer Zaubersprüche konzentriert. Da sie aber fürchten musste als Hexe entlarvt zu werden, sollte sie üben, hatte sie bald eine Grenze des Machbaren erreicht, die sie nicht überschreiten wollte. Zu ihrem Leidwesen bedeutete dies, dass sie wenig Beschäftigung hatte. Der hiesige Rontó-Orden hatte zwar eine kleine Bibliothek, doch auch dort fand sie nicht viel, um sich abzulenken. Die meisten Texte waren Glaubensabschriften und da­mit für sie nicht von Belang. Die wenigen Bücher und Schriftrollen, die nicht von Rontó, seinen Geschwistern oder dem Orden selbst handelten, kannte sie bereits. Auch hielt der Bibliothekar die in seine Obhut übergebenen Schriftstücke gut in Schuss, so dass sie sich nicht einmal mit der Ab­schrift zerfallender Werke beschäftigen konnte. Wenn nicht bald etwas interessantes geschah, würde sie die Entdeckung als Hexe doch noch in Kauf nehmen.
Während die junge Frau mit leidlicher guter Laune durch das Dorf lief, traf sie ohne Vorwarnung etwas im Rücken. Nicht stark oder gar schmerzhaft, jedoch deutlich genug. Sie drehte sich um und sah sich einer Gruppe Kinder und Jugendlicher gegenüber. Manche hatten Schneebälle in der Hand. Einer der Jungen, ein Knabe von elf oder zwölf Sommern, trat verlegen nach vorne.
„Verzeiht bitte, ich hatte nicht Euch treffen wollen. Ich hatte auf Niven gezielt und der hat sich geduckt.“ Er deutete auf einen der anderen Jungen, der kleiner als er war.
Natürlich, ein Schneeball. Hätte sie nicht so krampfhaft überlegt, was sie tun könnte, hätte sie die spielenden Kinder viel früher bemerkt. Früher hatte sie auch erbitterte Schneeballschlachten gegen Danielle ausgefochten. Sie trat einen Schritt auf die Gruppe zu. „Euch fehlt ein Mitspieler, ihr seid zu neunt.“ Unsicher nickten die Kinder. „Auf welcher Seite fehlt euch jemand?“
Wenige Minuten später focht die junge Frau seit langem wieder eine Schlacht mit Schneebällen und hatte viel Spaß dabei. Zunächst waren die Kinder etwas zurückhaltend ihr gegenüber, doch bald wurde sie in keiner Weise mehr verschont und ebenso ungnädig unter Beschuss genommen wie alle anderen.
Als bei einbrechender Dunkelheit die Kinder von ihren Eltern nach Hause geholt wurden, war Saria ziemlich erschöpft. Die Kinder hatten ihr viel abverlangt, doch sie wusste, sie würde es mor­gen wieder mit ihnen aufnehmen, wenn es dazu kam. Erst jetzt wurde ihr bewusst, wie sie zitterte. Der Schnee hatte ihre Kleider durchnässt.
„Mir scheint, die junge Hexe ist noch nicht so erwachsen, wie sie sich benimmt,“ brummte je­mand mit tiefer Stimme hinter ihr.
Erschrocken drehte Saria sich um und sah Durin und Laládi mit einem Schmunzeln auf den Lip­pen vor sich stehen. „Habt … habt ihr...“
„Ja, wir haben Dich mit den Kindern spielen sehen,“ antworte ihr die Elfe mit ihrer glockenhel­len Stimme. „Und ich freue mich zu sehen, dass es Dir wieder gut geht.“
„Ja. Aber bitte, Durin, erwähne es hier im im Dorf nicht laut, dass ich eine Hexe bin. Wer weiß, ob mich die Bewohner dann nicht auf einen Scheiterhaufen bringen wollen.“
„Hrm. Sollen sie es doch versuchen,“ murmelte der Zwerg. „Aril würde jeden köpfen, der dem Scheiterhaufen zu nahe kommt.“ Die junge Frau spürte, wie ihre Wangen warm wurden. „Keine Angst, soweit wird es nicht kommen. Aber Du brauchst offensichtlich dringend eine Beschäfti­gung.“
„Aber erst nach einem heißen Bad!“ fiel Laládi ihm ins Wort. Überraschenderweise beschwerte Durin sich mit nicht mehr als einem verstimmten Blick darüber. „Komm, Saria, Du zitterst so stark, dass ich es fast hören kann.“

Nach dem heißen Bad, das viel zu schnell vorüber ging, saßen die Gefährten erneut im Schan­kraum und aßen zu Abend. Aeren hatte sich ihnen angeschlossen, da er noch ein wenig mit Aril über Kampftechniken sprechen wollte. Freundlicherweise hielt er sich mit diesem Thema während des Essens zurück. Später, als sie alle satt waren und nur noch ihre Getränke vor sich stehen hatten, de­battierten sie Vor- und Nachteile verschiedener Waffen und Kampfstile. Durin beteiligte sich bald bei den Themen Axt- und Faustkampf, wobei keiner der drei Fußtritte ausschloss.
„Laládi ist eine gute Schwertkämpferin, aber Saria scheint ihre Waffe noch nicht gefunden zu ha­ben.“
Die Angesprochene blickte auf. „Was? Aber...“
„Nein, Durin hat recht. Du solltest lernen, mit einer richtigen Waffe umzugehen. Der Dolch und der Stock werden Dir wenig helfen.“
Stock? Dieser Barbar wagte es, ihren Hexenstab als Stock zu bezeichnen?
„Ein Rapier wäre eine gute Waffe für eine Dame, denke ich,“ mischte sich nun auch Aeren ein. „Das beherrsche ich und könnte es Euch beibringen, wenn Ihr wünscht, Saria.“
Die Hexe ließ die Schultern geschlagen sinken. „Das habt ihr schon fest beschlossen, habe ich recht?“ Alle Anwesenden nickten, sogar Laládi, von der Saria am ehesten Hilfe erwartet hätte. „Also gut, dann lerne ich eben, mit einem Rapier umzugehen. Aber beschwert euch nicht, wenn ich irgendwen dabei steche.“ Ihre Freunde lachten und erklärten, dass sie es nur gut mit ihr meinten und dass es sicher hilfreich für alle wäre, wenn die junge Frau mit einer entsprechenden Waffe umgehen könne. Das Thema Magie ließen sie aufgrund der Anwesenheit Aerens außen vor. Saria wusste, dass es nicht schaden würde. Zudem hatte sie dann eine Beschäftigung, wenn die Kinder gerade nicht mit ihr eine Schneeballschlacht ausfochten.


© Ben Grauh, 08.09.2013
ben.grauh@gmail.com


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