Ich komme gerade von der ersten Wahl dieses Jahr und muss sagen, ich hatte bisher nie das Gefühl, so wenig informiert zu sein. Es ist nicht so, dass ich nicht das Internet bemüht, nicht Zeitung gelesen oder Radio gehört hätte. Dennoch schien mir etwas zu fehlen. Die vielen Wahlplakate, die gefühlt an jedem zweiten Laternenmast hängen, enthalten ja leider nur die Information "Wählt mich/uns!" Inhaltlich sagen sie wenig bis gar nichts aus. Keine besondere Entscheidungshilfe...
Dementsprechend ist mein Gefühl bezüglich der Wahl ein wenig geistiges Unwohlsein. Wirklich falsch gewählt habe ich meiner Meinung nach wohl nicht, aber der fade Beigeschmack bleibt. Vielleicht wird das nächste Woche bei der Bundestagswahl besser, auch wenn ich noch nicht entschieden habe, wen ich wählen werde.
Viele Grüße,
Ben Grauh
ben.grauh@gmail.com
Sonntag, 15. September 2013
Sonntag, 8. September 2013
Saria (Teil 8)
Mir wurde vor kurzem gesagt, die Teile wären zu lang und schwer zu lesen, da das Format nicht internetgerecht sei.
Ich gebe zu, es ist für einen normalen Blog viel auf einmal und internetgerecht ist es in dem Sinne wohl auch nicht. Das soll es aber auch gar nicht sein. Das hier ist einfach nur als Möglichkeit gedacht, zu veröffentlichen was ich schreibe. Es ging vielleicht auch zwischenzeitlich ein wenig unter, aber ich biete nach wie vor jedem an, die Teile als PDF-Datei per E-Mail zu verschicken. Eine kurze Mail an ben.grauh@gmail.com genügt. :)
Saria
Arberdan (Teil 8)
An
diesem Abend ging Saria früh zu Bett. Im Gasthaus waren viele Zimmer
frei gewesen und da die Dorfbewohner den Freunden dankbar für Ihre
Hilfe gegen die Orks waren, wohnte nun jeder von ihnen kostenlos in
einem eigenen kleinen Raum. Es waren typische Gasthausquartiere, in
die kaum mehr als ein Bett, eine verschließbare Truhe und ein
winziger Tisch mit einem Stuhl passten. Die Kabine auf der Eule
war geräumiger gewesen, doch die junge Frau wollte sich nicht
beklagen. Immerhin konnte sie die Tür mit einem Riegel schließen
und – sollte sie dazu einen Grund sehen – den Eingang zusätzlich
mit dem Bett verbarrikadieren. Bis
jetzt erschien ihr der Riegel jedoch für ausreichend. Den Kopf
voller Gedanken schob sie das stabile Holzstück in den metallenen
Haltering im Türrahmen. Er würde niemanden davon abhalten, die
Tür mit Gewalt zu öffnen, doch wäre das splitternde Holz laut
genug, um sie zu wecken. Was mache ich, wenn Aril
tatsächlich ein Berserker ist,
fragte sie sich, während sie sich
vorsichtig das Kleid abstreifte. Das leichte Stechen in ihrem
Brustkorb erinnerte sie beständig an die angebrochenen Rippen. Das
wird gewiss keine angenehme Unterhaltung morgen.
Der
nächste Tag begann neblig und kalt. Gerne wäre Saria im Bett
geblieben und hätte sich unter die warme Schaffelldecke gekuschelt.
Doch es half nichts, das Unvermeidliche hinauszuschieben. Also stand
sie auf und wusch sich nur ganz kurz mit dem eiskalten Wasser aus der
Schüssel auf ihrem Tisch. Ein paar Tropfen davon ins Gesicht
und sie war sofort hellwach. Da sie am Vortag nicht schmutzig
geworden war, reichte ihr das auch durchaus. Wenn das Zittern nur
nicht so schmerzhaft durch ihren Brustkorb fahren würde! Die
Hexe biss die Zähne zusammen und stieg in ihr Wollkleid. Natürlich
war es ebenso kalt wie das Zimmer und es dauerte einen Moment bis es
begann sie zu wärmen. Einen
Wärmezauber zu lernen würde nach dem Gespräch mit Aril die höchste
Priorität erhalten!
Obwohl
es noch recht früh war fand sie ihre Freunde schon im Gastraum beim
Frühstück vor. Es gab frisches Brot mit Aufstrich und einen heißen
Tee. Das Wasser war fast noch kochend heiß, als die Schankmagd ihr
die Tasse mit dem Kräutergetränk reichte. Beinahe
hätte Saria sich die Zunge verbrannt, so sehr sehnte sie sich nach
etwas Wärme.
„Vorsicht, sonst
verbrennst Du von innen heraus.“ Aril grinste wie ein kleiner
Junge, dem man seine Lieblingssüßigkeit schenkte.
„Danke
für die rechtzeitige Warnung, Aril,“ knurrte Saria. „Vielleicht
werde ich Dir
das nächste Mal erst einen Schluck in den Schoß kippen um zu sehen,
ob es noch heiß ist.“ Laládi zog
leicht eine Braue hoch und sah sie fragend an. „Entschuldige. Wegen
der Kälte hatte ich gezittert und das tat weh.“
„Vielleicht
solltest Du
ein warmes Bad nehmen,“ schlug Durin
vor.
„Nein, ich kann
doch nicht jeden Tag ein heißes Bad nehmen. Damit würde ich die
Gastfreundschaft der Menschen hier überstrapazieren.“
„Du kannst ja
dafür bezahlen.“ Damit hatte der Zwerg natürlich recht. Wenn sie
für zusätzliche Aufwendungen bezahlte, konnte sie diese wohl so oft
in Anspruch nehmen wie sie wollte. Da sie nichts für die Unterkunft
zahlten, hatte Saria das Geld dafür. Sie entschloss sich, später
darüber nachzudenken.
„Aril,
ich habe gestern Abend einen
der hiesigen Ordensritter des
Rontó kennengelernt, der Dich gerne gesprochen hätte. Er hat Dich
kämpfen sehen und möchte darüber mit Dir sprechen. Sein Name ist
Aeren.“
Der Barbar runzelte
fragend die Stirn. Irgendwie, fand Saria, gab ihm das das Aussehen
eines Bärenjungen. „Hat dieser Aeren gesagt, was er mit mir
besprechen möchte?“
„Nein, nicht
genau. Aber er schlug vor, dass ich dabei sein sollte.“ Das hatte
die erhoffte Wirkung. Arils Miene hellte sich schlagartig auf.
„Dann gerne! Wann
will er uns treffen?“
„Er
hat keinen Zeitpunkt genannt. Tagsüber sei er im Dorf zu finden und
Abends im Ordenshaus. Ich schlage vor, wir suchen ihn nach dem
Frühstück, bevor Du wieder beim Aufbau des Dorfes hilfst.“ Aril
zeigte nickend sein Einverständnis.
Sie
fanden Aeren beim
Palisadenzaun. Dieser war nun
schon nahezu vollständig wiederhergestellt und würde am
heutigen Tage fertig werden. Anschließend würde man sich um die
Häuser kümmern, die durch das Feuer der Orks beschädigt worden
waren. In ein paar Tagen
würde nur noch das neue,
hellere Holz von dem Angriff zeugen. Der
junge Ordensritter half tatkräftig mit, wobei er seine volle
Rüstung trug. Zu anderen Gelegenheiten hätte das Saria innerhalb
eines Schutzzaunes für übertrieben empfunden, hielt es jetzt
aber für eine sinnvolle Vorsichtsmaßnahme. Ihre
Freunde trugen ebenfalls ihre
Rüstungen und sie selbst verzichtete nur auf das gehärtete Leder,
weil es bei manchen Bewegungen zu schmerzhaft auf die lädierten
Rippen drückte.
„Guten
Morgen, Lady Saria‟ grüßte Aeren als er die Gruppe sah. Mit
Leichtigkeit und Eleganz sprang er vom Zaun und landete auf dem
harten Boden. „Und Ihr seid
Aril nicht wahr? Mein Name ist Aeren, Ordensritter des Rontó.‟ Er
wandte sich dem gut einen Kopf größeren Barbaren zu. Wieder
fiel Saria auf, wie jung der Ritter wirkte. Neben ihrem Freund
beinahe wie ein Kind.
Aerens
Hand verschwand beinahe in Arils Pranke als beide sich die Hände
reichten und mit kräftigem Druck den anderen abschätzten. Als
nach mehreren Augenblicken keiner der beiden nachgeben wollte,
wurde es der junge Frau zu dumm.
„Wenn Ihr nicht
sofort damit aufhört, werde ich gehen und ihr könnt euch alleine
unterhalten.‟ Ihre Stimme war nicht unhöflich, darauf achtete sie,
ließ aber auch keinen Zweifel an ihrer Entschlossenheit zu.
Wenn die Männer ihre Kräfte messen wollten, brauchte sie nicht
daneben zu stehen. Dazu war es an diesem Morgen gewiss zu kalt.
Und kindisch war es außerdem.
Zu
Sarias Verblüffung ließ Aril sogar als erster los und trat einen
halben Schritt zurück. Das wird allmählich unheimlich,
überlegte sie. Irgendwie war es gleichzeitig schmeichelnd und
unangenehm, dass ihr hünenhafter Freund so widerstandslos auf jedes
ihrer Worte hörte. Erleichtert
bemerkte sie, dass der junge Ordensritter Aril in nichts nachstand
und ebenfalls die Hand senkte und ein wenig zurücktrat. Täuschte
sie sich oder erschien da sogar ein leicht rötlicher Schimmer auf
seinen Wangen?
„Nun,
Aril, wie Lady Saria sicher
schon erwähnte, möchte ich mit Euch über den Kampf mit den Orks
sprechen.‟
„Ganz recht, das
hat sie. Soll ich Euch beibringen, wie man mit einer Axt kämpft?‟
Der
junge Mann lächelte. „Nein, aber ich danke Euch für das Angebot.
Doch lasst uns in das Gasthaus gehen, hier draußen ist es kalt und
es gibt nichts zu trinken.‟ Aril grinste und drehte sich in die
Richtung, aus der sie vor wenigen Minuten erst gekommen waren.
„Lady Saria...‟
„Bitte hört auf,
mich Lady zu nennen!‟ fiel Saria Aeren ins Wort. „Ich bin gewiss
eine Frau, aber ebenso gewiss keine Lady. 'Saria' genügt.‟
Freundlich lächelnd hakte sie sich bei dem Ordensritter, der sie nur
um wenige Finger überragte, unter. „Lasst uns ins Warme
zurückkehren.‟
Zurück
im Roter Eber – so
hieß das einzige Gasthaus des Dorfes – ließ Saria sich wieder auf
den Platz nahe des Kamins nieder, den sie schon vor
ein paar Tagen als ihren Lieblingsplatz hier auserkoren hatte.
Es war gemütlich warm und sie hatte den Großteil des Schankraumes
inklusive der Tür im Blick. Nur
die Treppe nach oben befand sich nicht in ihrem Sichtfeld,
doch da außer ihren Freunden und ihr selbst niemand im Gasthaus
Quartier bezogen hatte, war das kein Nachteil.
Die
Schankmagd, die Saria tags
zuvor schon bedient hatte,
brachte ihnen rasch die bestellten Getränke: Einen Kräutertee
für Saria, Wein für Aeren und Bier für Aril. Die
junge Hexe fragte sich, warum Krieger schon zu so früher Stunde
Alkohol tranken. Es konnte doch nicht in deren Sinne sein, ihre
Reflexe zu verlangsamen.
„Nun,
Aril, wie erwähnt möchte ich mit Euch über den Kampf mit den Orks
sprechen,“ begann Aeren. „Genauer gesagt über den Teil, als Ihr
Saria so heldenhaft beiseite
standet. Ihr habt mit viel
Elan gekämpft.“
Saria beobachtete
bei diesen Worten ihren Freund. Worauf der junge Ordensritter hinaus
wollte, wusste sie bereits. Deshalb erschien es ihr ratsam, auf die
Reaktion des Barbaren zu achten, um notfalls eingreifen zu
können. Aril schien jedoch eher verlegen als wütend zu werden.
Solange Aeren ihn nicht zu sehr bedrängte, würde die Hexe sich
nicht in das Gespräch einmischen.
„Nun, ja.
Manchmal kämpfe ich sehr … instinktiv.“
Sein Gegenüber
nickte. „Und wenn Ihr so instinktiv kämpft, seid Ihr dann noch
Herr über Eure Taten?“
Mit
fliegenden Haaren wandte die junge Frau ihren Kopf Aeren zu und riss
die Augen auf. Wie konnte er nur so direkt fragen? Jung oder nicht,
wenn er Ordensritter war sollte er wissen, dass man bei derart
delikaten Themen nicht mit der Tür ins Haus fiel. Wenn Aril ihm
jetzt den Schädel einschlug, hätte er es beinahe verdient. Der
Hüne überraschte sie jedoch.
„Nein,“ gab er
seufzend zu. „Wenn die Wut mich packt – so nennt mein Volk diese
Art zu kämpfen –, dann ist es schwer noch bewusst zu handeln.
Aber ich habe noch nie einen Freund angegriffen! Immer nur
Feine.“
Erneut
ruckte Sarias Kopf herum und Aril bekam als zweiter Mann in kurzer
Zeit einen ungläubigen Blick zugeworfen. Weshalb bin
ich eigentlich hier? fragte sie
sich.
Auch diesmal nickte
Aeren. „Möglicherweise kann ich Euch helfen, die Wut unter
Kontrolle zu bekommen, sofern Ihr dies wünscht. Aber es wäre ein
langes und hartes Training des Geistes notwendig. Und ich kann
Euch nicht versprechen, dass es hilft.“ Offen und freundlich
blickte der Ordensritter die Freunde an. Im Geiste beschwor
Saria ihren Weggefährten, das Angebot anzunehmen. Zumindest über
den Winter während sie ohnehin nicht viel machen könnten.
Aril schien
ernsthaft zu überlegen und streckte anschließend dem braunhaarigen
Krieger die Hand hin. „Abgemacht. Ihr zeigt mir, wie ich die Wut
beherrsche und ich zeige Euch, wie man mit einer Axt kämpft!“ Zu
Sarias Erleichterung schlug Aeren nach kurzem Zögern ein.
„Ich werde wohl
nie eine Axt wie Ihr führen, Aril, doch das hindert mich nicht
daran, es zu lernen.“ Grinsend schüttelte er die Hand des
Barbaren. „So, nun werde ich zunächst wieder bei den
Aufbauarbeiten helfen. Ich bitte Euch, Aril, dies ebenfalls zu tun.
Neben dem geistigen Training ist körperliche Arbeit von Vorteil, da
Ihr dann weniger leicht zum Berserker werdet, sollte Euch mein
Training frustrieren.“
Aril lachte
lautstark. „Gut gesagt, Ordensritter! Dann werde ich Euch helfen.
Bis heute Abend, Saria.“
In Gedanken
versunken lächelte die junge Frau den großen Mann nur an als er
ging.
Gut zwei Wochen
später waren alle Spuren des Orkangriffs verschwunden. Zum Teil lag
das daran, dass alle Reparaturen erledigt waren. Teilweise aber
auch daran, dass es angefangen hatte zu schneien. Ein dünner, aber
beständig dicker werdender Teppich Weiß bedeckte nahezu alle
Flächen in und um das Dorf. Ein paar Wege waren durch die Fußspuren
der Dorfbewohner frei getreten, doch würden wohl auch diese nicht
mehr allzu lange verschont bleiben.
Saria wurde schon
jetzt langweilig. Durch ihre Rippenverletzung hatte sie ohnehin nicht
arbeiten können, also hatte sie sich auf das Lernen und Studieren
neuer Zaubersprüche konzentriert. Da sie aber fürchten musste als
Hexe entlarvt zu werden, sollte sie üben, hatte sie bald eine Grenze
des Machbaren erreicht, die sie nicht überschreiten wollte. Zu ihrem
Leidwesen bedeutete dies, dass sie wenig Beschäftigung hatte. Der
hiesige Rontó-Orden hatte zwar eine kleine Bibliothek, doch auch
dort fand sie nicht viel, um sich abzulenken. Die meisten Texte waren
Glaubensabschriften und damit für sie nicht von Belang. Die
wenigen Bücher und Schriftrollen, die nicht von Rontó, seinen
Geschwistern oder dem Orden selbst handelten, kannte sie bereits.
Auch hielt der Bibliothekar die in seine Obhut übergebenen
Schriftstücke gut in Schuss, so dass sie sich nicht einmal mit der
Abschrift zerfallender Werke beschäftigen konnte. Wenn nicht
bald etwas interessantes geschah, würde sie die Entdeckung als Hexe
doch noch in Kauf nehmen.
Während die junge
Frau mit leidlicher guter Laune durch das Dorf lief, traf sie ohne
Vorwarnung etwas im Rücken. Nicht stark oder gar schmerzhaft, jedoch
deutlich genug. Sie drehte sich um und sah sich einer Gruppe Kinder
und Jugendlicher gegenüber. Manche hatten Schneebälle in der Hand.
Einer der Jungen, ein Knabe von elf oder zwölf Sommern, trat
verlegen nach vorne.
„Verzeiht bitte,
ich hatte nicht Euch treffen wollen. Ich hatte auf Niven gezielt und
der hat sich geduckt.“ Er deutete auf einen der anderen Jungen, der
kleiner als er war.
Natürlich, ein
Schneeball. Hätte sie nicht so krampfhaft überlegt, was sie tun
könnte, hätte sie die spielenden Kinder viel früher bemerkt.
Früher hatte sie auch erbitterte Schneeballschlachten gegen Danielle
ausgefochten. Sie trat einen Schritt auf die Gruppe zu. „Euch fehlt
ein Mitspieler, ihr seid zu neunt.“ Unsicher nickten die Kinder.
„Auf welcher Seite fehlt euch jemand?“
Wenige Minuten
später focht die junge Frau seit langem wieder eine Schlacht mit
Schneebällen und hatte viel Spaß dabei. Zunächst waren die Kinder
etwas zurückhaltend ihr gegenüber, doch bald wurde sie in keiner
Weise mehr verschont und ebenso ungnädig unter Beschuss genommen wie
alle anderen.
Als bei
einbrechender Dunkelheit die Kinder von ihren Eltern nach Hause
geholt wurden, war Saria ziemlich erschöpft. Die Kinder hatten ihr
viel abverlangt, doch sie wusste, sie würde es morgen wieder
mit ihnen aufnehmen, wenn es dazu kam. Erst jetzt wurde ihr bewusst,
wie sie zitterte. Der Schnee hatte ihre Kleider durchnässt.
„Mir scheint, die
junge Hexe ist noch nicht so erwachsen, wie sie sich benimmt,“
brummte jemand mit tiefer Stimme hinter ihr.
Erschrocken drehte
Saria sich um und sah Durin und Laládi mit einem Schmunzeln auf den
Lippen vor sich stehen. „Habt … habt ihr...“
„Ja, wir haben
Dich mit den Kindern spielen sehen,“ antworte ihr die Elfe mit
ihrer glockenhellen Stimme. „Und ich freue mich zu sehen, dass
es Dir wieder gut geht.“
„Ja. Aber bitte,
Durin, erwähne es hier im im Dorf nicht laut, dass ich eine Hexe
bin. Wer weiß, ob mich die Bewohner dann nicht auf einen
Scheiterhaufen bringen wollen.“
„Hrm. Sollen sie
es doch versuchen,“ murmelte der Zwerg. „Aril würde jeden
köpfen, der dem Scheiterhaufen zu nahe kommt.“ Die junge Frau
spürte, wie ihre Wangen warm wurden. „Keine Angst, soweit wird es
nicht kommen. Aber Du brauchst offensichtlich dringend eine
Beschäftigung.“
„Aber erst nach
einem heißen Bad!“ fiel Laládi ihm ins Wort. Überraschenderweise
beschwerte Durin sich mit nicht mehr als einem verstimmten Blick
darüber. „Komm, Saria, Du zitterst so stark, dass ich es fast
hören kann.“
Nach dem heißen
Bad, das viel zu schnell vorüber ging, saßen die Gefährten erneut
im Schankraum und aßen zu Abend. Aeren hatte sich ihnen
angeschlossen, da er noch ein wenig mit Aril über Kampftechniken
sprechen wollte. Freundlicherweise hielt er sich mit diesem Thema
während des Essens zurück. Später, als sie alle satt waren und nur
noch ihre Getränke vor sich stehen hatten, debattierten sie
Vor- und Nachteile verschiedener Waffen und Kampfstile. Durin
beteiligte sich bald bei den Themen Axt- und Faustkampf, wobei keiner
der drei Fußtritte ausschloss.
„Laládi ist eine
gute Schwertkämpferin, aber Saria scheint ihre Waffe noch nicht
gefunden zu haben.“
Die Angesprochene
blickte auf. „Was? Aber...“
„Nein, Durin hat
recht. Du solltest lernen, mit einer richtigen Waffe umzugehen. Der
Dolch und der Stock werden Dir wenig helfen.“
Stock?
Dieser Barbar wagte es, ihren Hexenstab als Stock zu bezeichnen?
„Ein Rapier wäre
eine gute Waffe für eine Dame, denke ich,“ mischte sich nun auch
Aeren ein. „Das beherrsche ich und könnte es Euch beibringen, wenn
Ihr wünscht, Saria.“
Die Hexe ließ die
Schultern geschlagen sinken. „Das habt ihr schon fest beschlossen,
habe ich recht?“ Alle Anwesenden nickten, sogar Laládi, von der
Saria am ehesten Hilfe erwartet hätte. „Also gut, dann lerne ich
eben, mit einem Rapier umzugehen. Aber beschwert euch nicht, wenn ich
irgendwen dabei steche.“ Ihre Freunde lachten und erklärten, dass
sie es nur gut mit ihr meinten und dass es sicher hilfreich für alle
wäre, wenn die junge Frau mit einer entsprechenden Waffe umgehen
könne. Das Thema Magie ließen sie aufgrund der Anwesenheit Aerens
außen vor. Saria wusste, dass es nicht schaden würde. Zudem hatte
sie dann eine Beschäftigung, wenn die Kinder gerade nicht mit ihr
eine Schneeballschlacht ausfochten.
©
Ben Grauh, 08.09.2013
ben.grauh@gmail.com
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